Sie sind hierHistorie 1919-1945
Historie 1919-1945
Zwischen den Kriegen -
Der Rote Löwe in Weimarer Republik und nationalsozialistischer Diktatur
Mit dem Ersten Weltkrieg endete diese Entwicklung aprupt. Der gesellschafts- wie wertepolitische Wandel Deutschlands vom Kaiserreich zur Republik führte unter dem Eindruck von Kriegsverlust und Versailler Vertrag zu einer konservativen Wende in weiten Teilen des sich als gesellschaftliche Elite begreifenden deutschen Verbindungsstudententums. So auch im Roten Löwen. Der wissenschaftliche Verein wandelte sich während der Weimarer Republik zu einer farbentragenden und schlagenden Korporation. 1926 ist der RL schließlich Freie Burschenschaft. In der burschenschaftlichen Bewegung sah man die beste Möglichkeit das spezifisch patriotische Gepräge des Roten Löwen zu erhalten, im reformstudentischen "Allgemeinen Deutschen Burschenbund" (kurz A.D.B.) dem man 1928 beitrat einen zeitgemäßen Interessenverband, der seinen Mitgliedsbünden größtmögliche Selbständigkeit garantierte. Neben dem RL existierten in der Leipziger Ortsgruppe des ADB noch drei weitere Bundesburschenschaften, so Suevia (heute Köln), Ghibellinia (heute Hannover) und Plessavia.
Der Weg Deutschlands in die nationalsozialistische Diktatur, als Weg der nationalen Einigung und Auferstehung Deutschlands fehlinterpretiert, fand anfangs durchaus Sympathien besonders unter den jungen Mitgliedern unseres Bundes. Während die Alten Herren in ihrer Mehrheit den neuen Machthabern skeptisch gegenüber standen und damit Recht behalten sollten. Der Alte Herr Dr. Albrecht Philipp beispielsweise, seit 1919 als Abgeordneter für die DNVP im Deutschen Reichstag, bezeichnete den Nationalsozialismus als Geisteskrankheit die um sich greife, der Schriftsteller und thüringische Landtagsabgeordnete AH Dr. Hermann Anders Krüger trat im Landtag von Anfang an offen der NSDAP entgegen.
Im WS 1933/4 löste sich der Rote Löwe als eigenständiger Bund auf und fusionierte mit der Schwesterverbindung Suevia. Nach deren Umstellung in eine nach dem Führerprinzip organisierte Kameradschaft und dem letztlich erfolglosen Bemühen sich der allgemeinen Gleichschaltung zu entziehen, löste sich auch Suevia 1936, ein Jahr nach dem kläglichen Übergang der burschenschaftlichen Reste in den NS-Studentenbund auf. Es folgte der von Deutschland ausgehende Zweite Weltkrieg in dem ein Großteil unserer Bundesbrüder fiel oder vermisst blieb.